Themen und Abteilungen – Ausstellungsvorschau

 

Selbstverständlich beginnt die Ausstellung in und mit der Neuburger Schlosskapelle, dem ältesten für den protestantischen Ritus ausgestatteten Kirchenraum. Mit ihren einmaligen Fresken ist sie selbst ein Hauptexponat der Ausstellung, ihr Auftakt und erster Höhepunkt zugleich.

Hofkirche-Hochaltar-Kanzel

Am Ende steht als ebenso selbstverständlicher Abschluss die Neuburger Hofkirche: als protestantischer Musterbau begonnen, wurde sie nach dem Konfessionswechsel des Fürsten zur katholischen Jesuitenkirche.

Zwischen diese beiden Pole, an denen die Themen Reformation und Gegenreformation in Neuburg gleichsam ihre natürliche Verortung haben, spannen sich die weiteren zehn Kapitel der Ausstellung

Ein weiterer Höhepunkt erwartet den Besucher im Rittersaal. Hier präsentieren wir exklusiv und einmalig in Neuburg aus der weltberühmten Schatzkammer der Münchner Residenz den Reichsapfel des „Winterkönigs“ Friedrich V. als Symbol der Pfälzer Kurwürde – sozusagen den „Heiligen Gral“ des fürstlichen Machtstrebens.

Reichsapfel

Im Schloss beginnt die Erzählung bei Pfalzgraf Ottheinrich und seiner Gattin Susanna als gemischtkonfessionelles Paar – fand ein religiöser Dialog zwischen den beiden statt? Vor ihren Bildnisteppichen kann man darüber spekulieren. Danach gelangt man in die sog. Amalienzimmer: Welche christlichen Traditionen gab es in dem Gebiet, das 1505 zur „Jungen Pfalz“ und dann unter ihrem ersten Herrscher evangelisch wurde? Im Rittersaal geht es schließlich um „Region und Religion“. Die amtierenden Fürsten bestimmten die Konfession für ihren Regierungsbereich: „cuius regio, eius religio“ – wes der Fürst, des der Glaub’. 

Anders als bei einer sonstigen Besichtigung des Neuburger Schlosses muss man den Rittersaal danach nicht wieder durch den Eingang verlassen: es geht weiter in den Fürstengang, zu dem eigens für die Laufzeit von „FürstenMacht & wahrer Glaube“ ein zugemauerter Durchgang geöffnet wird – man wandelt auf den Spuren der Fürsten. Sechs Abteilungen, die als eine besondere Art von Kreuzweg spektakulär inszeniert sind, werden sechs aufeinander folgenden Pfalz-Neuburger Herrschern und ihrer jeweiligen Regierungszeit gewidmet.

 

  • Ottheinrich – katholisch vs. evangelisch
  • Wolfgang von Zweibrücken – Ottheinrichs Erbe
  • Philipp Ludwig – Der „protestantische Musterstaat“
  • Wolfgang Wilhelm – Die konfessionelle Wende (Eine Hochzeit und ein Todesfall)
  • Philipp Wilhelm – Barocke Frömmigkeit (Wallfahrten und Wunder)
  • Johann Wilhelm – Versuch einer Einigung zwischen den Konfessionen

 

Auf den Spuren der Fürsten läßt sich der mehrfache Wechsel der Konfessionen verfolgen, der stets „von oben“ herab veranlasst wurde, also durch die Macht des jeweiligen Herrschenden. Welche Auswirkungen hatten diese religionspolitischen Entscheidungen für die Untertanen, die „daran glauben“ mussten?

Als in Neuburg mit Hilfe der Jesuiten die Gegenreformation eingeführt wird, mussten sich alle Bürger bis hin zum einfache Handwerker einem Verhör zu ihrem Glauben unterziehen. In der Ausstellung werden diese Befragungen multimedial nacherlebbar.

Neben der – im Wortsinn – einmaligen Öffnung des historischen Durchgangs vom Rittersaal zum Fürstengang gibt es weitere historische Räumlichkeiten exklusiv zu besichtigen, die in ihrer originalen Ausstattung vom Wirken der Jesuiten in der gegenreformatorischen Zeit künden. Erstmals zu sehen sein wird eine bisher nicht existente, neu eingerichtete Schatzkammer der Hofkirche am Ende des Fürstengangs. Sie wird Neuburg auch nach dem Ende der Ausstellung als weitere touristische Attraktion erhalten bleiben.

Am Ende dieses Fürsten- und ‚Glaubensweges‘ gelangt der Ausstellungsbesucher in die Hofkirche. Von Philipp Ludwig noch als evangelischer Gegenentwurf zur Münchner Michaelskirche konzipiert – „Trutzmichel“ genannt -, wird sie nach der Konversion Wolfgang Wilhelms programmatisch im Sinn der Gegenreformation als katholische Jesuitenkirche vollendet. Eine beeindruckende Stuckausstattung und Rubens‘ „Großes Jüngstes Gericht“ (heute in der Alten Pinakothek München) sollten die Kirchenbesucher vom „wahren Glauben“ überzeugen.

Insgesamt werden rund 150 hochkarätige Exponate unterschiedlichster Gattungen (Gold- und Silberschmiedearbeiten, Gemälde, Graphik, Skulpturen, Bücher, originale Dokumente, kunsthandwerkliche Objekte, Textilien) von 30 verschiedenen Leihgebern aus ganz Deutschland gezeigt. Dabei war es für uns wichtig, dass auch ehemalige mit Pfalz-Neuburg verbundene Orte wie Lauingen, Höchstädt, Sulzbach, aber auch Düsseldorf, Jülich und Heidelberg mit einbezogen werden konnten. Würzburg ist wieder mit zwei der historischen Reisebilder Ottheinrichs dabei, die seit der Landesausstellung von 2005 nicht mehr zu sehen waren. Auch Neuburg selbst steuert Vieles bei: nicht nur der Historische Verein, sondern ebenso Institutionen wie das Studienseminar, die Kirchen und Klöster präsentieren ihre Schätze, die in ihrer Gesamtheit ein höchst anschauliches Geschichtsbild der Zeit von der Reformation zur Gegenreformation vermitteln.

Einen kleinen Vorgeschmack bietet unsere Galerie (bitte klicken Sie, um die Bilder zu vergrößern):


 

Ausstellungseröffnung

Am 14. Juli 2017 eröffnete Ministerpräsidenz Horst Seehofer bei einem Staatsakt für geladene Gäste die Ausstellung. Sehen Sie Impressionen von der Eröffnung in unserer Bildergalerie.

Impressum  •  Datenschutz   •  Disclaimer  •  Home  • Bildnachweis